Zum ersten Mal nehme ich bewusst wahr, dass der Gekreuzigte eindeutig in eine Richtung schaut. Von uns aus gesehen, schaut Jesus Christus auf den meisten Darstellungen nach links. Nach Westen. Dem Sonnenuntergang, der Nacht, dem Tod entgegen.
Aber aus seiner Sicht schaut er nach rechts, nach Osten. Dem Sonnenaufgang und dem Leben entgegen. Das, was uns wie ein düsteres Ende erscheint, ist für ihn in Wahrheit der strahlende Anfang. … Wir müssen alle auf die eine oder andere Weise unweigerlich durch unsere Nächte wandern und besser, wir tun es freiwillig und gleichmütig, als dass wir vom Schicksal unweigerlich in sie hineingezwungen werden, denn sie sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens.
Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg, München, 2006.

Es sind weder die langen,
noch die schönen Gebete,
die Gott beachtet,
sondern die,
die aus dem Grund des Herzens kommen
in grosser Ehrfurcht
und dem wahrhaften Verlangen,
Gott zu gefallen.
Quelle unbekannt

Corona mal anders buchstabiert.
Was dieses Virus schon bewirken kann an Menschlichkeit:

C  Chance, im Leben anderes zu finden als nur ‘ immer schneller’ und ‘immer mehr’
O  offen werden, um Menschen in unserer Nähe neu zu sehen
R  Rhythmus überdenken, mal ‘abefahre’, statt hasten
O  Öfter Kontakt haben mit Menschen, die wir fast vergessen haben
N  Nachfragen, wie es der Grossmutter, dem Onkel, der Tante…… geht
A  achtsam sein: wem könnte ich Hilfe anbieten ?
Br. Paul Meier, Kapuzinerkloster Rapperswil

Manche Menschen sind ein Geschenk, manche eine Aufgabe.
Quelle unbekannt

Ein geistlicher Mensch sollte sich nicht allzu sehr um die Zukunft sorgen,
sondern seine Sorge soll sein, wie er im Augenblick Gott lieben
und ihm nach Kräften dienen könnte.
Maria Kreszentia Höß, Mystikerin

Für einmal eine Videobotschaft zur Heiligen Woche von Papst Franziskus:
https://www.youtube.com/watch?v=_UJx3kGQGdY&feature=emb_logo

Die übertriebene Bedeutung, die wir dem Urteil der Menschen über unser Tun und Lassen beimessen, ist ein Zeichen von Eitelkeit. In Wahrheit taugen wir nur so viel, wie wir vor Gott taugen – nicht mehr und nicht weniger! -, und das Urteil der Menschen ist oft das Gegenteil von Gottes Urteil“
Kardinal Suhard

(…) Das Erdbeben (vom 17. Januar 1995 in Ashiya) zeigte es klar; viele Menschen, die sich weigerten, an ein höchstes Wesen zu glauben, stellten sich die Frage: Wer bin ich? Wo findet man das wahre Glück? Darin liegt das Problem der Verweigerung des Glaubens an ein höchstes Wesen: Schliesslich wirst du glauben, du selbst wärst das höchste Wesen; und du hältst dich für so autonom und selbstgenügsam, dass du von niemandem Hilfe benötigst …
Die Katastrophen bringen uns zur Realität zurück und helfen uns, besser zu werden, denn die Hindernisse sind unsere besten Lehrer.
Teruko Uhehara, japanische Buddhistin

„Unser Glaube allein gibt die Ruhe und Sicherheit, die der heutige Mensch nötig hat,
wenn er nicht am Leben zerbrechen will,
eine Sicherheit, die mit einer heiteren Gelassenheit verbunden ist.“
P. Josef Kentenich

Die Wüste
und das «Hinter-sich-lassen»
der lärmenden Geschäftigkeit des Lebens
führen den Menschen
in die Freundschaft mit Gott
hinein.
Hl. Athanasius, Kirchenlehrer

Möge es Momente in deinem Leben geben,
wo keine Vergangenheit das Jetzige trübt
und keine sorgenvolle Zukunft
dir das Erleben dieses Augenblicks verwehrt.
Auf dass du einfach da sein kannst,
ohne zu wollen,
ohne zu müssen,
nur dich spüren
in diesem Moment.
Irischer Segenswunsch

Sie (die Apostel) denken, dass Jesus sich nicht für sie interessiert, dass er sich nicht um sie kümmert. Im zwischenmenschlichen Bereich, in unseren Familien, ist es eine der Erfahrungen, die am meisten weh tun, wenn einer zum anderen sagt: „Bin ich dir egal?“ Das ist ein Satz, der schmerzt und unser Herz in Wallung bringt. Das wird auch Jesus erschüttert haben. Denn niemand sorgt sich mehr um uns als er. In der Tat, als sie ihn rufen, rettet er seine mutlosen Jünger.
Papst Franziskus anlässlich der besonderen Andacht in der Zeit der Pandemie (27. März 2020)

Man muss nicht meinen, dass, weil die Lehre vom Kreuz uns traurig macht, deshalb das Evangelium eine traurige Religion sei. …
Es hindert uns freilich an einer oberflächlichen Freude an dem, was wir sehen. Es verbietet unseren unmittelbaren Genuss nur, um uns die Freude in der Wahrheit un d in der Füller hernach zu gewähren.
John Henry Kardinal Newman

Offene Fenster

Jedes Mal,
wenn ich einem die Hand reiche,
jedes Mal,
wenn ich versuche,
einem Menschen zuzulächeln,
öffnet sich in mir ein Fenster.
Aber hinter diesem Fenster,
glaub ich,
ist noch ein Fenster,
hinter dem es noch heller ist.
Eines Tages vielleicht
Werden sich viele Fenster in mir
geöffnet haben.
Vielleicht entdecke ich dann
die Quelle dieses Lichts
in mir.
Benoit Marchon

„Wir verstehen bei vielem nicht, warum der liebe Gott das zuläßt.
Aber er ist allweise; er weiß, warum.
Er hält die Zügel des Weltgeschehens und unseres persönlichen Geschickes in seinen Händen,
er lenkt und leitet alles, was geschieht.“
P. Josef Kentenich

Einige Gedankensplitter zum heutigen Fest Maria Verkündigung (neun Monate vor Weihnachten)

Niemals bin ich weniger allein,
als wenn ich scheinbar allein bin…
Allein war Maria,
da redete sie mit dem Engel.
Sie war allein,
als der Heilige Geist über sie kam
und die Kraft des Höchsten sie überschattete.
Sie war allein
und bewirkte das Heil der Welt
und empfing die Erlösung für alle.
Ambrosius

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing vom Heiligen Geist.
Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn,
mir geschehe nach deinem Wort.
Und das Wort ist Fleisch geworden
Und hat unter uns gewohnt.
Angelusgebet

Was ich betonen möchte, ist,
dass ihr niemals eure Chance verpassen sollt,
denn ihr könnt es bedauern, weil sie vielleicht
niemals mehr auftaucht.
Euer Motto sollte sein: «Tu es jetzt.»
Robert Baden Powell, BiPi

Einige Zitate vom hl. Märtyrer Oscar Romero (1917-1980). Am 24. März 1980 wurde er bei der Feier der hl. Messe ermordet.
„Darin besteht die Freude des Christen: Ich weiß, dass ich ein Gedanke Gottes bin.“
„Da sich die Kirche für reale, nicht fiktive Arme einsetzt, da sie für wirklich Ausgebeutete und Unterdrückte eintritt, lebt sie in einer politischen Welt und verwirklicht sich als Kirche auch im politischen Bereich.“
„Transzendenz bedeutet nicht: zum Himmel schauen, an das ewige Leben denken und über die Probleme der Erde hinweggehen. Vielmehr handelt es sich um eine Transzendenz, die dem menschlichen Herzen gilt. Sie bedeutet, sich auf das Kind, auf den Armen, auf den in Lumpen Gekleideten, auf den Kranken einzulassen, in die Elendshütten und Häuser zu gehen und mit ihnen allen zu teilen. Transzendenz bedeutet, aus der Mitte des Elends selbst diese Lage zu überschreiten, den Menschen zu erheben, ihn voranzubringen und ihm zu sagen: Du bist kein Abfall. Du gehörst nicht an den Rand. Das Gegenteil ist der Fall: Du hast eine große, große Bedeutung.“
„Die Kirche ist keine unantastbare Festung, sondern sie verkörpert die Nachfolge jenes Jesus Christus, der inmitten der Welt lebte, arbeitete, kämpfte und starb. Der Gott, zu dem wir uns bekennen, ist kein toter Gott. Er ist ein lebendiger Gott, der den Schmerz von Gefolterten und Sterbenden mitempfindet.“
„Wenn viele Menschen sich bereits von der Kirche entfernt haben, dann ist das darauf zurückzuführen, dass die Kirche sich zu weit von der Menschheit entfernt hat. Eine Kirche aber, die die Erfahrungen der Menschen als ihre eigenen verspürt, die den Schmerz, die Hoffnung, die Angst aller, die sich freuen oder leiden, am eigenen Leib verspürt, diese Kirche wird zum gegenwärtigen Christus.“

Gott kann ein Gebet aus meinem Leben machen
Eines Abends merkte ein armer Bauer auf dem Heimweg vom Markt, dass er sein Gebetbuch nicht bei sich hatte. Es betrübte ihn, dass dieser Tag vergehen sollte,
ohne dass er seine Gebete verrichtet hatte.
Also betete er: „Ich habe etwas sehr Dummes getan, Herr. Ich bin heute früh ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen, und mein Gedächtnis ist so schlecht, dass ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich dies tun: ich werde fünfmal langsam das ganze ABC aufsagen, und du, der du alle Gebete kennst, kannst die Buchstaben zusammensetzen und daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann.“
Und der Herr sagte: “ Von allen Gebeten, die ich heute gehört habe, ist dieses ohne Zweifel das beste, weil es aus einem einfachen und ehrlichen Herzen kam.“

Manchmal kann es einem am Ende eines aufreibenden Tages ein wenig ergehen, wie dem Bauer in Anthony de Mellos Geschichte. Wir vergessen zwar nicht den Wortlaut unserer erlernten Gebete, aber sie wollen einem nach so viel geistlichem und pastoralem Bemühen nicht mehr so recht über die Lippen kommen. Vielleicht könnten wir uns dann die Methode des Bauers zu eigen machen und dem Herrn einfach unseren Tagesablauf „vorbuchstabieren“:
A m Morgen leider wieder zu spät aufgestanden…
B eim Zmorgä mich am Kaffee gefreut…
C hristine hoffentlich nicht beleidigt…
D anke für die leuchtenden Augen von Kindern…
E in kleiner Hoffnungsschimmer in…
F amilie freut sich auf die baldige Geburt eines Babys…
G …
Dir Herr gebe ich das ABC dieses Tages. Du kennst meine Sehnsucht und leidest mit an meinem Versagen. Du kannst aus den Buchstaben des vergangenen Tages ein Gebet machen, wie es dir gefällt. Und vielleicht wird der Herr antworten:
Von den Abendgebeten ist dies ohne Zweifel das beste, weil es mir nicht nur zehn Minuten, sondern einen ganzen Tag zum Geschenk macht.

Der Spiegel des Teufels
Vor langer, langer Zeit erschuf ein Teufel einen Spiegel, der alles Schöne und Gute verzerrt und hässlich aussehen ließ. „Die schönste Landschaft sah wie gekochter Spinat aus.“ Das Böse trat darin gut hervor. Eines Tages jedoch fiel der Spiegel dem Teufel aus den Händen und zersprang in viele tausend Stücke, große und kleine, die, je nach Verwendung durch die Menschen, viel Ärger und Verwirrung stifteten. Trafen sie einen im Herzen, so wurde es so kalt wie Eis, und trafen sie einen in die Augen, so sah er alles um sich herum nur noch hässlich und böse. So verteilten sich die Splitter des Zauberspiegels über die ganze Welt.
Nach Hans Christian Andersen

Nichts Nachtragen
„Wenn du dich aufmachst, um vor den Herrn zu treten, sei dein Gewand gänzlich aus dem Stoff oder besser dem Material des Nichtnachtragens gewoben, andernfalls wird dir das Gebet nichts nutzen. Die Art deines Gebetes sollte äußerst einfach sein, denn mit einem Wort söhnten der Zöllner und der verlorene Sohn Gott mit sich aus.“
Johannes Klimakos, Mönch auf dem Sinai (575-650)