Die Pfarrei unterstützt 2020 ein Projekt in Kenia

Seit elf Jahren hat sich eine Gruppe Pfarreimitglieder in Erstfeld vorgenommen, einen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers und der Armut in der Welt zu leisten. Jedes Jahr wird ein anderer Ort als Jahresprojekt gewählt. Initiiert hat das Projekt «Nahrungsfranken» ein Team aus der Pfarrei, dazu gehören Berti Kehrli, Lisbeth Arnold, Heidi Jauch Pfarrer Viktor Hürlimann. Nach Nahrungsfrankenprojekten 2018 für Kathmandu, Nepal, und 2019 für Kamerun, Afrika, unterstützt die Pfarrei im Jahr 2020 die Hilfsorganisation «Asante» in Kenia. «Asante» heisst übersetzt «Danke»

Fotos von Asante.

 

Unterstützung für Waisen und andere bedürftige Kinder

Hermine und Franz Ferrari aus Nassereith, Österreich, sind seit 2003 die treibende Kraft hinter diesem Projekt. Der pensionierte Handwerker und Firmengründer Franz Ferrari führt das Hilfswerk «Asante» immer noch mit viel Engagement und Herzblut. Er kontrolliert jede Aus-gabe persönlich. Es entstehen nur 3% Unkosten. Das heisst: 97 Prozent gelangen direkt an die Armen. Patenschaften helfen Kindern ohne Eltern, Schulen werden gebaut, Ausbildungen werden finanziert und medizinische Soforthilfe geleistet. Dr. med. Reto Rechsteiner stiess vor ein paar Jahren – per Zufall – auf die Internetseite des Hilfswerks, das Geld für Kleidung, Essen und Schule für Waisen und andere bedürftige Kinder gebraucht, für dringende Operationen und medizinische Unterstützung wenn das staatliche Gesundheitssystem nicht ausreicht.
Inzwischen war Dr. med. Reto Rechsteiner schon einige Male in Kenia und leistete medizinische Hilfe für Waisenkinder und bedürftige Angehörige. Asante hilft dort, wo das staatliche Gesundheitswesen nicht ausreicht: Anschaffung von Medikamenten, Krankentransporte zum Arzt oder Hospital, die stationäre Aufnahme sowie die Ermöglichung verschiedener schwieriger Operationen samt Rehabilitation. Die Hilfsorganisation arbeitet eng zusammen mit den behandelnden Ärzten und Krankenhäusern wie das Kijabe Hospital in Nairobi oder das Kilifi District Hospital. Kinder, die sich nach einer schweren Operation erholen müssen, werden oft im Asante Haus in Kilifi mit einem Elternteil für einige Tage oder Wochen aufgenommen, um eine vollständige Abheilung unter hygienischen Umständen gewährleisten zu können. In vielen Fällen werden Patienten von Ärzten für einige Tage postoperativ visitiert.

Kalume und Khalid sind jetzt gesund und können ein normales Leben führen

Khalid kam ohne Anus zur Welt. Nach der Geburt wurde notfallmässig ein künstlicher Aus-gang am Bauch gemacht. Im Juni 2016 wurde Khalid operiert, sein Anus mit dem Mastdarm verbunden und der künstliche Ausgang geschlossen. Der Junge konnte eine Woche nicht aufs WC gehen und der Bauch wurde immer dicker. Nach sorgfältigen Untersuchen lautet die Diagnose: Darmverschluss! Khalid musste im Oktober 2016 sofort operiert werden. Ein künstlicher Darmausgang wurde wieder hergestellt und Khalid wäre beinahe gestorben. Nach einem 49-tägigen Spitalaufenthalt kam der Junge bis zum neuen Operationstermin von Mitte Dezember, ins Asante Haus in Kilifi. Die Operation wurde wegen Blutarmut auf Januar 2017 verschoben. Khalid und seine Mutter durften über Weihnachten heim zu ihrer Familie. Anfangs Januar wurde der Junge sehr krank und stark abgemagert zu Asante gebracht. Er hat-te eine schwere Malaria und war sehr schwach. Sein bereits operierter Darm stülpte sich aus dem Darm heraus. Für einen Transport nach Nairobi in ein Spital war der Bub zu schwach, er konnte nichts mehr essen, Infusionen halfen nichts. Eine Schweizer Besucherin hatte die Idee, Nestle Babymilch zu besorgen. Diese rettete ihm das Leben. Nach einer erneuten Operation ist Khalid jetzt gesund und kann wie jedes andere Kind zur Toilette gehen.
Kalume kam ebenfalls ohne Anus zur Welt und war als sechsjähriger in einem schlechten Zustand. Die öffentlichen Spitäler waren damals wegen Geldmangel nicht in Betrieb, so dass Asante die notwendige Operation organisiert und bezahlt hat. Die Familie bekam ein Haus und Kalume hat jetzt in seiner Klasse die zweitbesten Schulnoten.

Millionen von Menschen sind von Armut und Hunger betroffen

Auch Bildung, die an Patenkinder durch Spenden ermöglicht werden, ist unerlässlich. Nur so können sich die Menschen in Afrika selber helfen. Das ist die Leitidee von Asante. Mitverantwortlich für die desaströse wirtschaftliche Situation vieler Länder sind unzählige Faktoren: skrupellose Spekulanten, welche die Getreidepreise in den ärmsten Regionen in die Höhe treiben, Naturkatastrophen, Kriege und aktuell die Folgen der Weltwirtschaftskrise seien hier exemplarisch angeführt. Millionen von Menschen sind vom Hunger bedroht. Akut davon be-troffen sind vor allem die sozial Schwächsten, in unserem Falle vor allem die Waisenkinder in Afrika. In weiten Teilen Afrikas werden Kinder mit Fehlbildungen als Fluch angesehen und manchmal sogar von ihrer Mutter verstossen.

Jeder Spendenfranken in der St. Anna-Kasse für das Projekt

Die Pfarrei dankt allen, die das Vorhaben unterstützen. Die Pfarreigruppe setzt auf Beziehungen und Organisationen vor Ort und unterstützt gerne Menschen und Projekte, über die persönlich berichtet wird und die ihre Zukunft selber in die Hand nehmen: Hilfe zur Selbsthilfe. Reto Rechsteiner zeigt sich sehr dankbar für diesen gelebten Gemeinsinn und diese Solidarität.
Die Spenden können in die St.-Anna-Kasse in der katholischen Pfarrkirche gelegt oder im Pfarramt abgegeben werden. Der Erlös aus dem Verkauf der Blumen- und Trauerkarten – hinten in der Pfarrkirche oder der Jagdmattkapelle – wird auch vollumfänglich für das Hilfswerk «Asante» eingesetzt. Jeder Spendenfranken in der St. Anna-Kasse fliesst eins zu eins in die Arbeit vom «Asante». Die Spenden der Gottesdienste vom 18./19. Januar 2020 und die Spenden des Erntedankfestes fliessen ebenfalls in dieses Projekt.
Nahrungsfrankenteam und Dr. med. Reto Rechsteiner

Aufgabenschwerpunkte von Asante

Zur Verfügungungstellung von Schulbänken, Unterstützung und Betreuung hilfsbedürftiger Kinder, Jugendlicher oder Waisenkinder durch die Übernahme von Patenschaften für Schul-besuch und Ausbildung, sowie die Versorgung mit Essen, Gewährung medizinischer Hilfe, Versorgung notleidender Menschen mit Lebensmitteln, auch durch eigenen Getreideanbau, zur Verfügungstellung von Betten samt Bettzeug, Moskitonetz und Hausrat, Neuerrichtung und Reparatur von Häusern für besonders bedürftige Familien und Waisenkinder, Neuerrich-tung von Toiletten in Siedlungen, zur Verbesserung hygienischer Verhältnisse, Spendenaufrufe in Medien, Versammlungen, Vorträge.

Weitere Infos unter: www.asante.at
Spenden in Euro an: ASANTE Sparkasse Imst / IBAN: AT87 2050 2000 0194 5955 / BIC: SPIMAT21XXX