Geschätzte Angehörige der Pfarrei St. Ambrosius Erstfeld
Immer wieder erhalte ich die Anfrage, einen Gottesdienst so zu feiern, wie ich ihn aus meiner Heimat kenne. Aufgrund des organisatorischen Aufwands und der erforderlichen Logistik ist dies nicht immer möglich. Da sich meine Eltern derzeit in der Schweiz aufhalten, nutze ich die Gelegenheit, gemeinsam mit ihnen und mit Ihnen einen Gottesdienst zu feiern, wie ich ihn aus meiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, kenne.
Meine Mutter war bereits vor meiner Geburt Mitglied eines Kirchenchors und gründete vor zwei Jahren sogar einen Chor. Gemeinsam mit unserem Organisten, Daniel Vetter, wird sie die Heilige Vorabendmesse am Samstag, 25. Juli 2026 um 18:00 Uhr in der Jagdmattkapelle musikalisch mitgestalten.
Der Gemischte Chor Erstfeld mit Fans und Gästen besuchte am letzten Junisonntag mit Uristierreisen das Kloster Fischingen im Hinterthurgau im sogenannten Tanzapfenland. Nach der Fahrt über den Sattel und den Ricken, durch Bütschwil, Mosnang, Mühlrüti im Alttoggenburg erblickte man nach einem dunklen Wald zwischen Tannen plötzlich die Klostertürme.
Die Chorsänger gelangten durch lange Gänge und Treppen zur grossen Empore. Diese befindet sich vor dem Altar der barocken Klosterkirche. Unser Organist Daniel Vetter fühlte sich sofort wohl beim Orgelspiel. Sängerinnen und Sängerinnen setzten sich zuerst in einen Chorstuhl und bewunderten die prunkvolle Hängekuppel über der Empore mit den Stuckaturen und Gemälden. Bei der Probe und im anschliessenden Gemeindegottesdienst liessen sich alle vom kunstvollen Raum inspirieren.
Um 10.30 Uhr begann der Gottesdienst, zu dem sich zahlreiche Gläubige in der Klosterkirche einfanden. Der Chor umrahmte die Feier mit mehrstimmigen Liedern aus dem Kirchengesangbuch sowie weiteren Chorgesängen. Zum Auszug spielte Daniel Vetter eine eindrucksvolle Improvisation auf der grossen Orgel – ein wahrer Ohrenschmaus.
Anschliessend begab sich die Reisegesellschaft in den wunderschönen Iddasaal, wo bei einem feinen Mittagessen aus der Klosterküche auf den gelungenen Auftritt angestossen wurde.
Das Kloster wurde 1138 gegründet. Fischingen liegt in der Mitte von Konstanz und Einsiedeln am Jakobsweg. 1848 wurden die Klöster Fischingen und weitere Thurgauer Klöster vom Grossen Rat des Kantons Thurgau aufgehoben und auch übernommen. Dieser verkaufte bald darauf Fischingen einen Textilfabrikanten. 1879 erwarb der katholische Männerverein St. Iddazell die Anlage und eröffnete die kath. Waisenanstalt St. Iddazell. Etwa 8‘000 Kinder waren hier während 100 Jahren untergebracht. 1973 wurde bei einer Volksabstimmung das Verbot der Errichtung oder Wiederherstellung aufgehobener Klöster aus unserer Bundesverfassung entfernt. In der Folge eröffneten Benediktinermönche in Fischingen wieder ein Kloster.
Die Mönche leben gemäss dem benediktinischen „BETE UND ARBEITE“ und wirken als Seelsorger in den zahlreichen Pfarreien im Hinterthurgau. Die Kirchgemeinde Fischingen ist Eigentümerin der Klosterkirche, der „Verein Kloster Fischingen“ der übrigen Klostergebäude und verantwortlich für den Erhalt und die Nutzung. Er betreibt eine Sonderschule, ein Seminarhotel mit 29 Doppelzimmern, eine Pilgerherberge für den Schweizer Jakobsweg, eine Klosterbrauerei und eine Schreinerei/Zimmerei. Man kann hier also Tür an Tür mit den Mönchen leben. Doch die touristisch genutzten Zimmer (pro Jahr ca 600 Pilgernächte und etwa weitere 6000 Hotelnächte) sind natürlich abgetrennt vom Wohn- und Lebensbereich der Mönche.
Später konnte man bei einer Klosterführung eintauchen in das Leben und die Geschichte des Klosters. Es liegt eingebettet im grünen Naturparadies des Tannzapfenlandes. Wir bewunderten Biblothek, Seminar- und Tagesräume. Sie sind ein Barockjuwel und für private, geschäftliche und touristische Anlässe massgeschneidert eingerichtet. Entlang der Klostergänge mit den vielen Türen der früheren Mönchszimmer, – jetzt Touristenzimmer – alle mit einem Namen bezeichnet, gelangten wir nochmals auf die Empore der Klosterkirche. Die grosse Orgel mit 33 Registern und 2265 Orgelpfeifen wurde 1763 vom Orgelbauer Aichgasser aus Überlingen zusammengestellt. Die zwei Doppelreihen des Chorgestühls auf beiden Seiten der Empore mit 44 Stallen baute etwa gleichzeitig Tischler Fröhli von Bichelsee auf. Über eine Treppe steigt man in die barocke Klosterkirche hinunter. Ein lichter Raum empfängt uns hier. Das prächtige Chorgitter mit einer aussergewöhnlichen Farbigkeit, versilbert, vergoldet, mit Rot- und Grüntönen lasiert, trennt das Altarhaus vom Laienschiff. Durch drei Arkaden gelangt man in die Iddakapelle. Im achteckigen Raum tragen Marmorsäulen ein achteckiges Gewölbe. Diese Säulen sind aber Stuckmarmor, das heisst kunstvoll gestaltete Holzsäulen. Gemälde, Figuren und weitere Darstellungen erzählen vom realen und legendären Leben der Heiligen Idda vom Toggenburg. Das Iddagrab ist der älteste Teil der Kapelle. und ein sehr markanter Kraftort, wo 22‘000 Boviseinheiten gemessen werden. Seit 500 Jahren kommen hier Pilger vorbei und halten ihre Füsse ins Grab und hoffen auf Heilung im Gebet zu Gott und zur „Heiligen“ Idda, die nie heiliggesprochen wurde. Einigen gelingt es immer wieder. In der Katherina Kapelle ist der Gebetsort der Mönche. Im Wappenzimmer sind alle Äbte mit ihrem Wappen ausgewiesen. Das farbenprächtige Archiv verblüfft mit dem sehr einfachen Schubladensystem.
Die Rückreise bei sehr hoher Temperatur führte durch den Hinterthurgau und das Tösstal nach Rapperswil. In Bichelsee wird kurz angehalten beim Denkmal von Pfarrer Traber, der in diesem Dorf die erste Darlehenskasse der Schweiz nach dem System Raiffeisen 1899 mit 30 Mitgliedern gründete. Auf dem Seedamm ist Kaffeehalt im Seerestaurant. Auch hier plagt einige die Hitze. Der Ventilator dreht sich nur, wenn ein Windstoss ihn bewegt. Um halb acht Uhr kommen wir wieder gesund in Erstfeld an.
Am 22. Juni versammelten sich ca. 50 Seniorinnen und Senioren zu ihrem traditionellen Ausflug vor der Sommerpause.
Anscheinend hatte Petrus für all die Reiselustigen des Senioren Nachmittages aus Erstfeld und Altdorf vollstes Verständnis und überraschte uns mit Temperaturen über 30 Grad für die Fahrt ins Blaue.
An verschiedenen Treffpunkten wurden die Seniorinnen und Senioren mit einem Bus der Firma Uristier Reisen AG abgeholt. Zügig fuhren wir über die Autobahn nach Flüelen und von dort via Axenstrasse weiter.
Gespannt lauschten ca. 50 erwartungsvolle Gesichter den Ausführungen von Vreni Furrer wo nun die Fahrt ins Blaue hingehen sollte.
Während der Fahrt erhielten wir zudem nützliche Infos über den Ort der Reise
Auch unser Chauffeur Sepp ……(Er stammt aus dieser Gegend) trug wesentlich dazu bei, dass das Rätseln bald ein Ende hatte.
In zügiger Fahrt durchquerten wir drei Kantone und landeten gut gelaunt in Glarus unserem ersten Reiseziel.
Die reformierte Stadtkirche Glarus
Etwas zur Entstehung und Realisation zum heutigen Zustand
Im Spielhof, wo das heutige Gerichtsgebäude steht, stand bereits im 15. Jahrhundert die Kirche von Glarus mit der Zwingli Kapelle.
Die heutige Stadtkirche, am neuen Standort, beherrscht durch ihre Lage und Grösse das Glarner Stadtbild.
Die Kirche wurde in den Jahren 1863 bis 1866 nach Plänen von Ferdinand Stadler im neuromanischen Stil erbaut und bildet den Ersatz für die beim Stadtbrand im Mai 1861 zerstörte Vorgängerkirche. Rund hundert Jahre lang diente sie als Simultankirche zugleich der reformierten und der römisch-katholischen Konfession, bis die Katholiken 1964 mit der Fridolins Kirche zusätzlich zur Burgkapelle eine eigene Stadtkirche bekamen. (Quelle Wikipedia)
Die Kirche dient weiterhin der evangelischen Kirchgemeinde für den Gottesdienst und als würdigen Raum für grosse Konzerte.
Die Grundelemente der Kirche entsprechen der romanischen Basilika (Mittel- und Querschiff bilden ein Kreuz, längs dem Mittelschiff zwei Seitenschiffe, Rundbogen auf runden Säulen, flache Holzdecke). Die Grösse im Grundriss und die Höhe des Raumes, geben der Stadtkirche ihre besondere Weite. Die beiden Türme, die prächtigen Rosetten über den Eingängen sowie die Lage der Kirche verleihen dem Bauwerk etwas Monumentales.
Das Innere der damals paritätischen Kirche war ursprünglich mit Dekorationsmalereien und umfangreicher liturgischer Möblierung reich ausgestattet. Als 1928 eine Renovation fällig wurde, setzte Architekt Karl Moser neue Akzente. Er verwirklichte einen expressiven Farbenraum mit abgestuften Rottönen an den Wänden, mit hellblauen Decken und einer blauen Apsis. 1940 brachte ein Kirchenbrand den Dachstuhl zum Einsturz und vernichtete die historische Ausstattung.
Das massiv beschädigte Innere wurde durch Architekt Daniel Aebli im damaligen Zeitgeist erneuert – fast ohne Farben und dekorative Elemente. Als 1964 die paritätische Nutzung aufgehoben wurde, gestaltete man den Chor nochmals um.
Die jüngste Restaurierung erfolgte in zwei Etappen, vom August 1995 bis April 1999. Bei der Aussenrestaurierung wurde die differenzierte ursprüngliche Gliederung weitestgehend wieder hergestellt. (Quelle Webseite Glarner Kirchgemeinde)
In seiner Andacht sprach Pfarrer Götz Uwe Geisler über das Thema: Was uns die Simultankirche in Glarus als Gemeinschaft von Christen heute sagen kann. So wie in Erstfeld katholische und reformierte Christen an den Seniorennachmittagen vieles teilen für Leib und Seele, so können wir miteinander leben, reden und lachen, uns gegenseitig Achtung erweisen, manchmal verschiedener Meinung sein und doch voneinander lernen, neu Ankommende freudig begrüßen, viele Momente für Zeichen der Liebe und Gegenliebe leben. Und so zu dem einen Leib Chrsti werden.
Nach der Andacht konnte die Gutgelaunte Gesellschaft in Näfels im Hotel Linth Arena bei gemütlichem Beisammensein ein Zàbig Plättli geniessen.
Am späteren Nachmittag mussten wir uns leider aus der Gegend Glarus wieder verabschieden. Unser Chauffeur Sepp Hauser…. brachte uns mit sehr guten Informationen sicherer Fahrt wieder an unsere Ausgangspunkte zurück.
Nur allzu früh ging ein erlebnisreicher und sehr heisser Ausflug zu Ende.
Ein grosser Dank geht an die Organisatorinnen und den bewährten Musikern Sepp Dubacher und Toni Exer welche uns einmal mehr wieder mit einem sehr schönen Nachmittag beschenkten.
Unglaublich tolles Wetter und viele reiselustige Frauen bestiegen am 18. Juni den Car von Uristier Reisen. Nach dem Kaffeehalt in Affoltern a. A. chauffierte uns Silvia zielsicher nach Wilchingen (SH). Die beiden Wöschwiber Hedwig und Sophie führten uns mit viel Witz und Charm durch ihr Dorf. Sie verpackten auf theatralische Art Geschichte und Moderne. Wie es wohl wäre, sich für einen Tag in diese alte Zeit zurückversetzen zu lassen?
Im Anschluss wurden wir im Gasthof Gmaandhuus mit einem feinen Essen verwöhnt. Bei guten Gesprächen genossen alle den Sommertag, bevor es wieder Richtung Zentralschweiz ging. Herzliche Dank allen, die zum guten Gelingen dieser Vereinsreise beigetragen haben.
Jeweils am Frühlings- und Herbstmarkt in Erstfeld führt die Frauengemeinschaft die Kaffeestube und einen Marktstand im Pfarreizentrum St Josef.
Am Frühlingsmarkt am 01. April 2026 ist dank vieler fleissiger Hände im Vorder- und Hintergrund ein grosszügiger Betrag zusammengekommen. Dieser wird hauptsächlich an eine Organisation/ Verein im Dorf / näheren Umgebung gespendet.
Die FG Erstfeld konnte am 10. Juni 2026 zwei Checks in Höhe von jeweils Fr. 1500 an die Vertreterinnen der Sterbebegleitung Uri, sowie an Vertreter/-innen der Pfadi Krönten für das Jubiläumsfest (90 Jahre Pfadi Krönten) am 29. August 2026 überreichen.
Wir danken allen, welche in irgendeiner Form zu diesem Ergebnis beigetragen haben.
Text: Tresch-Hess Katrin
Foto: FG Erstfeld
Von links nach rechts: Bettina Geisser (FG), Annelies Bissig und Martina Baumann (Sterbebegleitung Uri), Katrin Tresch (FG), David Zgraggen (Pfadi Krönten), Claudia Furrer (FG), Julia Furrer und Lilli Zgraggen (Pfadi Krönten).
https://kath-erstfeld.ch/wp-content/uploads/2026/06/rsz_spende26sterbe_pfadi.jpg534800Sandra Sicherhttps://kath-erstfeld.ch/wp-content/uploads/2018/06/logo_kath-erstfeld_st-ambrosius_340x156_web_4.pngSandra Sicher2026-06-24 08:05:522026-06-24 08:05:52Checkübergabe der Frauengemeinschaft Erstfeld an die Sterbebegleitung Uri und Pfadi Krönten anlässlich des 90-Jahr Jubiläums